Geduld, Disziplin und der Schweizer Weg

Im August 2026 hat die US-Staatsverschuldung die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten: Eine Verdoppelung in nur 10 Jahren. Zur gleichen Zeit belässt die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins bei 0% und die Teuerung in der Schweiz bleibt im Rahmen der Preisstabilität.

Geduld, Disziplin und der Schweizer Weg

Gleichzeitig rentieren 10-jährige US-Staatsanleihen über 5%. Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank halten ihre Leitzinsen deutlich höher, weil sie mit hartnäckigerer Teuerung kämpfen. Die Schweiz dagegen kommt mit einem Nullzins aus – ohne die Preisstabilität zu gefährden.

Wie kann ein kleines Land so anders ticken als die grossen Währungsräume? Die Antwort hat weniger mit Glück zu tun als mit Haltung.

Zeit schlägt Timing

Dr. Stefan M. Kremeth, CEO der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG, stellt in seinem Wochenkommentar vom 25. September 2026 eine einfache Beobachtung an den Anfang: Wer an den Aktienmärkten mindestens 3 Jahre investiert blieb, erlebte seit Mitte der 1990er Jahre nur in weniger als einem Viertel aller 3-Jahresperioden ein Minus. In rund 3 von 4 Fällen wurde Geduld also belohnt.

Seine Schlussfolgerung: Wer ständig versucht, den richtigen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu erwischen, wettet gegen einen jahrzehntelangen historischen Trend. Rückschläge, Rezessionen und Korrekturen gehören dazu – die langfristige Richtung produktiver Werte zeigte aber meist nach oben.

Bei Gold und Silber ist das Muster ähnlich, wenn auch aus einem anderen Grund. Edelmetalle werfen keine Gewinne ab wie Unternehmen. Sie bewahren aber Kaufkraft, während Papiergeld sie über die Jahrzehnte verliert. Als 1971 die Bindung des Dollars an Gold endete, kostete eine Unze 35 Dollar. Heute sind es über 4.000 Dollar. Auf diesem Weg gab es heftige Einbrüche und jahrelange Durststrecken. Wer jedoch nicht versucht hat, jeden Ausschlag vorherzusehen, sondern seine Metalle über lange Zeit gehalten hat, wurde auch hier für seine Geduld belohnt.

Diese Lehre ist auch der rote Faden von Kremeths Vergleich zwischen der Schweiz und den grossen Wirtschaftsräumen.

Warum die Schweiz anders ist

Ökonomen nennen vor allem 4 Gründe für das tiefe Zins- und Inflationsniveau:

  • Produktivität und Wettbewerb: Hohe Produktivität, funktionierende Märkte und moderates Lohnwachstum halten die Teuerung seit Jahrzehnten im Zaum.
  • Ein starker Franken: Als Fluchtwährung gewinnt er in unsicheren Zeiten an Wert. Das verbilligt Importe und dämpft die Inflation zusätzlich.
  • Solide Staatsfinanzen: Schuldenbremse, Budgetdisziplin und stabile Institutionen senken die Risikoprämien am Kapitalmarkt.
  • Ein dauerhafter Sparüberschuss: Wer mehr spart als ausgibt, schafft ein reichliches Kapitalangebot, und das drückt das Zinsniveau.

Kurz gesagt: Die Schweiz lebt seit Generationen nicht über ihre Verhältnisse. Genau das macht sie stabil.

Kremeth stellt dazu eine Frage, die man sich bei jedem neuen politischen Versprechen stellen sollte: Woher soll das Geld für immer neue Subventionen, Ansprüche und Leistungen eigentlich kommen? Seine Antwort zielt auf eine Gemeinsamkeit von Geldanlage und Staatsfinanzen. In beiden Fällen entsteht dauerhafter Wohlstand aus Beständigkeit und aufgeschobenem Konsum, nicht aus kurzfristiger Bequemlichkeit. Die Exzesse von heute werden zur Last von morgen.

Was das für Elementum-Kunden bedeutet

Wo Staaten dauerhaft mehr versprechen, als sie finanzieren können, steht am Ende oft die Notenpresse. Die Rechnung zahlen Sparer – still und schleichend über die Kaufkraft ihres Geldes.

Physische Edelmetalle sind seit Jahrtausenden ein Gegenentwurf dazu: Sie lassen sich nicht beliebig vermehren und sind niemandes Schuldversprechen. Deshalb lagert Elementum das Silber und Gold seiner Kunden dort, wo Stabilität Tradition hat: In Hochsicherheitslagern in den Schweizer Alpen, getrennt von der eigenen Bilanz und jährlich von unabhängigen Prüfern inventarisiert.

So verbinden sich 2 Formen von Substanz: Ein realer Wert und ein Standort, der auf Verlässlichkeit gebaut ist.

Gold: das Gedächtnis des Geldes

Gold ist das klassische Wertaufbewahrungsmittel. Es wirft keine Zinsen ab, ist aber auch nicht von der Zahlungsfähigkeit eines Schuldners abhängig. Gerade wenn Staatsschulden in Rekordhöhen steigen, gewinnt diese Eigenschaft an Gewicht. Gold dient vielen Anlegern deshalb als ruhender Pol, der über Generationen Kaufkraft bewahrt.

Ronald-Peter Stöferle, Partner bei Incrementum und Mitautor des „In Gold We Trust“-Reports, sieht dafür in einem Interview mit finanzen.net vom September 2026 vor allem einen Treiber: Die Zentralbanken. Sie kauften allein 2025 rund 863 Tonnen Gold, seit 2010 sind es etwa 9.700 Tonnen. Laut einer Umfrage des World Gold Council erwarten 95% der Notenbanken, dass die globalen Goldreserven weiter steigen. Stöferle wertet das als langfristige Positionierung, nicht als kurzfristige Wette: „Für sie zählt nicht der nächste Dot Plot, sondern die nächste Dekade.“

Dahinter steht eine einfache Asymmetrie. Schulden lassen sich beliebig vermehren, Gold nicht: Die jährliche Minenproduktion erhöht den weltweiten Bestand nur um etwa 1,5-2%.

Auch Gold verläuft aber nicht in einer geraden Linie. Nach einem Plus von gut 64% im Jahr 2025 und einem Rekord im Januar 2026 folgte eine deutliche Korrektur. Stöferle beschreibt Gold deshalb als Kaufkraftschutz auf lange Sicht, nicht als Absicherung gegen jeden einzelnen Inflationsausschlag. Ein Beispiel ist das Jahr 2022: Die Teuerung zog kräftig an, Gold lief in Dollar seitwärts, schnitt aber deutlich besser ab als Aktien und Anleihen, die stark verloren.

Silber: Edelmetall und Industriemetall zugleich

Silber verbindet monetären Charakter mit breiter industrieller Nachfrage, etwa in der Photovoltaik und der Elektronik. Sein Markt ist deutlich kleiner als der Goldmarkt. Das macht Silber schwankungsanfälliger, in beide Richtungen. Wer Silber hält, braucht daher einen besonders langen Atem.

Geduld als Strategie

Was Kremeth für Aktien beschreibt, gilt in eigener Weise auch für Edelmetalle: Der Zeithorizont ist entscheidend. Gold und Silber haben in der Vergangenheit auch lange Seitwärts- und Abwärtsphasen erlebt. Silber etwa brauchte nach seinem Hoch von 2011 viele Jahre, um sich davon zu erholen. Wer in solchen Phasen nervös verkauft, verpasst womöglich die Erholung.

3 Grundsätze helfen, Geduld in die Praxis umzusetzen:

  1. Regelmässig statt punktuell: Wer in festen Abständen kleinere Mengen erwirbt, statt alles auf einmal, glättet seine Einstiegspreise über die Zeit. Die Frage nach dem perfekten Zeitpunkt verliert damit an Bedeutung.
  2. Physisch statt auf Papier: Eingelagerte Barren sind keine Forderung gegen einen Emittenten, sondern Eigentum. Bei Elementum liegt das Kundenmetall ausserhalb der eigenen Bilanz.
  3. Sicher statt bequem: Die Lagerung in Schweizer Hochsicherheitslagern, mit jährlicher Inventur aller Barren durch ein Schweizer Wirtschaftsprüfungsunternehmen, nimmt die Sorge um Aufbewahrung ab und erleichtert es, Schwankungen gelassen auszusitzen.

Fazit: Wohlstand braucht Geduld

Ob Staat oder Privatperson: Nachhaltiger Wohlstand entsteht selten über Abkürzungen. Er wächst aus Disziplin, Verzicht auf schnelle Befriedigung und dem Willen, heute nicht auf Kosten von morgen zu leben. Die Schweiz zeigt, dass sich dieser Weg langfristig auszahlt.

Wer sein Vermögen nach denselben Grundsätzen ordnet, setzt auf Beständigkeit statt auf Tagesgeschehen.

Für Edelmetallbesitzer heisst das: Gold und Silber sind kein Instrument für schnelle Gewinne, sondern ein Fundament für Jahre und Jahrzehnte. Der Wert eines Barrens im Bunker zeigt sich nicht an einem einzelnen Börsentag. Er zeigt sich über die Zeit, so wie sich die Schweizer Disziplin nicht in einem Jahr, sondern über Generationen bezahlt gemacht hat.

Inspiriert vom Beitrag „Prosperity Favours the Patient“ von Dr. Stefan M. Kremeth, Incrementum AG.

Zitate und Zahlen zu Gold aus: „Gold-Stratege Stöferle: Gold ist weiterhin extrem günstig“, Interview von Jens Jüttner, finanzen.net, 09.09.2026.

Die Elementum International AG ist seit Jahren Premium Partner des „In Gold We Trust“-Reports von Incrementum. Der jährlich erscheinende Report gilt als eine der umfassendsten Goldstudien weltweit.

Hinweis: Elementum ist ausschliesslich Verwahrer physischer Edelmetalle. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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